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Mythos: Ausgleichssport nach Büroarbeit

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Vielen Berufstätigen ist es bereits bewusst. Es braucht einen Ausgleich nach stundenlanger Büroarbeit, da sich Probleme im Körper anbahnen. Jetzt sitzt oder stehst du 7-10h pro Tag in deiner Arbeit, hast vielleicht noch Auto oder Bahnpendelzeiten, deine Mahlzeiten nimmst du sitzend zu dir und die Couch ist abends auch verlockend. Achja und Seitschläfer? Angezogene Beine lassen das Muster „Sitzen“ sogar noch im Schlaf weiter bestehen.

Das Problem ist nicht das Sitzen oder Stehen per se, sondern die immer gleiche fast unbewegte Haltung, nur unterbrochen vom Gang aufs Klo oder die Kantine. 10.000 Schritte sind meist nur 1h spazieren gehen, und doch schaffen es viele nicht über den Tag. Und das ist eigentlich die Minimalforderung für deinen Körper.

„Moment mal, ich geh aber 2mal die Woche ins Fitness/Zumba/Kampfsport/Athletik/…“

…oder eben Joggen oder spazieren.

Frage dich selbst: Die Woche hat 168h. Du arbeitest ca. 40h die Woche + 5-10h Arbeitsweg. Du schläfst ca. 50h. Dann verbringen wir im Schnitt 10-15h am Esstisch, vielleicht nochmal 15h auf dem Sofa. Das sind dann schon ca. 120h die wir relativ unbewegt in der Woche verbringen.

Dem stellen wir nun 2-4 Stunden „Ausgleichssport“ entgegen und fragen uns, wieso wir trotzdem verspannen, körperlich verschleißen und Probleme mit dem Bewegungsapparat im Alter haben.

Nun möchte ich hier nicht nur die Probleme aufzeigen sondern auch eine Lösung anbieten:

Wir müssen weg von dem Gedanken, irgendeine schlechte Gewohnheit ausgleichen zu wollen.

Wie sieht das aus? So wie wir täglich Zähneputzen in unsere Alltagsroutine aufgenommen haben, damit die Zähne nicht schlecht werden, benötigen wir Alltagsroutinen, damit unser Körper intakt bleibt. Beispiele dazu am Ende.

Der Sport am Abend sollte jetzt keine „pflichtbewusster Ausgleich“ sein, sondern etwas, worauf du dich freust und was du zusätzlich gerne machst.

Natürlich ist es am Anfang schwer Verhaltensweisen zu ändern. Für die wenigsten macht es Sinn, das Leben komplett auf den Kopf zu stellen, da diese Veränderung in aller Regel nicht nachhaltig ist. Darum bemühe dich jetzt um einen Aspekt den du bewusst in deinem Alltag für mehr Bewegung anpasst.

Vielleicht hilft dir die folgende Liste dabei?

Morgens nach dem Aufstehen rekelst du dich 2-3 Minuten ausgiebig. Du versuchst jeden Körperteil kurz anzusteuern und auszustrecken.

Beim Zähneputzen rotierst du locker dein Becken durch.

Frühstück und Kaffee bereitest du mit Musik und lockeren Tanzbewegungen zu.

Auf dem Weg zur Arbeit rotierst du kurz den Kopf und rekelst deinen Nacken durch.

Während der PC hochfährt kreist du deine Arme.

Beim Gespräch mit Kollegen kreist du dein Becken auf dem Stuhl in kleinen unbemerkbaren Bewegungen. Stehend rotierst du vielleicht einen Fuß durch.

Auf dem Weg zur Teeküche versuchst du einmal deine Wirbelsäule durchzumobilisieren.

Auf der Toilette versuchst du ohne Hände dein Hemd aus der Hose zu ziehen. (Falls das nicht in der Hose steckt, kannst du es zu diesem Zweck ja einmal reinstecken und ausprobieren.)

Beim durch Türen gehen spannst du am Türrahmen ganz bewusst kurz deine Brust auf.

Der Feierabendweg geht zu Fuß oder der Weg zum Auto wird bewusst verlängert oder zwei Busstationen früher aussteigen.

Auf dem Sofa setzt du dich in ungewohnte Positionen. Z.B. tiefe Hocke, Wadensitz, Schneidersitz, ein Bein verschieden abgewinkelt. Ändere die Position oft.

Viele Menschen nehmen sich Raucherpausen. Nimm Du dir Bewegungspausen. Oft wird mit dem sozialen Aspekt des Rauchens argumentiert. Schnapp dir eine/n Kolleg/in und Rekel deinen Körper 3 Minuten durch. Am besten schaffst du dir mehrmals am Tag eine solche Minieinheit. Es kann auch beispielsweise eine spezielle Bewegungsübung sein. Kein Sport wie Liegestütz oder Situp ist hier gemeint. Bring spielerische Elemente hinein, z.B. eine Bewegungschallenge.

Hast du Vorschläge zur Erweiterung der Liste? Kommentiere gern.

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